Adrenalinschub beim Linksabbiegen

Die Leipziger – Problemzone beim Radeln von und zur Hochschule. Hier suggeriert die Straßenmarkierung, dass der zu schmale, gewundene Bürgersteigradweg mit schlechter Sicht auf dieser Teilstrecke benutzt werden muss.

Radeln von und zur Hochschule ist verbesserungsbedürftig

An unserem Verkehrswende-Stand beim Frühlingsmarkt war die Stimmung einhellig: Radfahren im Fuldaer Stadtverkehr ist gewöhnungsbedürftig. Das liegt vor allem daran, dass es – abgesehen von Routen für Freizeitradelnde wie in den Fuldaauen – kaum durchgehende Radverbindungen gibt, die wichtige Punkte miteinander verbinden und die sich schnell und sicher befahren lassen, um wichtige Alltagswege zurückzulegen. Deshalb beginnen wir  jetzt in Kooperation mit dem ADFC, in loser Folge mit unseren Radrouten-Checks Verbindungswege für Radelnde in Fulda zu testen. Thema ist dabei nicht, ob es überall Radwege gibt, sondern ob Verbindungswege einigermaßen gefahrlos und angstfrei, ohne zu viele Hindernisse und mit Spaß befahren werden können. Zu unseren Radrouten-Checks laden wir öffentlich ein, so dass sich alle Interessierten beim Testen und Formulieren von Verbesserungsvorschlägen beteiligen können.

Beim ersten Radrouten-Check ging es auf – allerdings bruchstückhaften – Schleichwegen vom Studierendenwohnheim An der Wiesenmühle zur Hochschule und anschließend von dort auf dem kurzen Weg in die Innenstadt. Dabei radelten wir zuerst links in die Kronhofstraße hinein und dann rechts über holprige Pflastersteine das wenig befahrene, steile Eichsfeld nach oben, das die kürzeste Verbindung zur Leipziger Straße darstellt. Das Eichsfeld darf allerdings nur Richtung Paulustor befahren werden, so dass Studierende diese eigentlich wichtige Kurzverbindung zwischen Leipziger und Kronhofstraße auf dem Nachhauseweg zum Studiwohnheim legal nicht nutzen dürften.

Eine noch ruhigere Alternative für dieses Teilstrück wäre übrigens der allerdings auch stärker ansteigende Rudolf-Theuer-Weg jenseits des Tunnels Weimarer Straße gewesen. Um diesen zu erreichen, hätten aber eine Fußgängerampel über die Weimarer Straße sowie der relativ stark befahrene Horaser Weg ohne Fußgängerüberweg überquert und oberhalb des Tunnels an der Leipziger Straße nochmals zwei Fußgängerüberwege mit Lichtsignalanlagen überwunden werden müssen. Obwohl es sich beim Rudolf-Theuer-Weg um einen ruhigen Rad- und Fußweg handelt, ist er insbesondere für Radfahrende, die Richtung Hochschule unterwegs sind, aufgrund der notwendigen vier Straßenquerungen kaum zumutbar. Überdies ist dieser Weg – die Radalternative für den Tunnel an der Weimarer Straße, die ja immerhin eine Landstraße ist – auch noch kaum beleuchtet.

Radwegeslalom um Sichthindernisse herum

An der Leipziger Straße, die wir nur wenige hundert Meter befuhren, häuften sich dann sogleich Probleme. Schon beim Auffahren vom Paulustor auf die Leipziger werden Radelnde, ohne dass sie selbst Vorteile durch diese Radwegeführung hätten, über eine kurze Strecke auf einem Radweg über den Bürgersteig wieder auf den Radstreifen auf der Fahrbahn gelenkt – und zwar ausgerechnet dort, wo an der Winfriedschule häufig starker Fußgänger- und Elterntaxiverkehr stattfindet. An der Kreuzung mit der Kurfürsten- und Buttlarstraße endet dann die Benutzungspflicht des Radwegs, denn auf der Abschnitt des Radwegs, der dann wieder als Radweg auf dem Bürgersteig als Slalomstrecke um eine Bushaltestelle und dann um den Brückenpfeiler herum unter der Eisenbahnbrücke hindurchgeführt wird, steht kein blaues Radwegeschild mehr. Trotzdem führen weiße gestrichelte Linien und ein Radsymbol auf der Straße auf den Radweg zu, was zu signalisieren scheint, dass dort der Radweg benutzt werden müsse. Da der Rad- und Fußweg dort sehr schmal sind und auf der Radspur laufende Fußgänger oder womöglich in der falschen Richtung radelnde Menschen aufgrund der Haltestelle und des Brückenpfeilers schlecht gesehen werden können, kann hier nicht zügig und sicher zugleich gefahren werden, so dass Radfahrenden – wenn auch nicht allen dort vorbeifahrenden Autolenkenden – einleuchtet, dass hier keine Benutzungspflicht mehr besteht. Im Gespräch über diese Stelle bemerkte die mitfahrende Studierende, dass auf diesem Teilabschnitt der Straße auch der Radweg in Richtung Buttlarstraße gefährlich ist, weil Autos, die aus der Straße An Vierzehnheiligen kommen, hier Fahrräder leicht übersehen können. In der Tat macht ein Schild hier die Autofahrenden sogar darauf aufmerksam, dass Radelnde auch aus der falschen Richtung kommen können. Klar – welcher Studi, der aus der Buttlarstraße kommt, möchte schon den Umweg über die gegenüberliegende Straßenseite nehmen, um auf derselben Seite der Leipziger wieder in die Gneisenaustraße einzubiegen?

Da unser Ziel ja war, auf der Hinfahrt eher Schleichwege zur Hochschule zu benutzen, galt es nun, die Leipziger nach links zu überqueren, um in eben die Gneisenaustraße einzufahren. Das kann durch Linksabbiegen auf der Linksabbiegespur geschehen, was viele Radelnde auf der vierspurigen Leipziger aber eher vermeiden. Daher taten wir, was viele Studierende hier an dieser Stelle in der Tat tun – nämlich über die Fußgängerampel zu queren. Statt dann etwas naheliegender über die Marquardtstraße auf den Hochschulcampus zu radeln, folgten wir der Verlängerung der Gneisenaustraße auf einen Rad- und Fußweg entlang der Eisenbahnlinie, der es erlaubt, die Hochschule kreuzungs- und ampelfrei und abseits des Autoverkehrs zu erreichen. Auf Begeisterung traf die Route aber eher nicht, da dieser sichere Weg für die meisten Campuslagen einen Umweg darstellt. Zwar erreicht man mit dieser Route recht direkt einen der beiden (!) überdachten Fahrradständer auf dem Campus. Dort würde sie aber nie ihr Rad abstellen, so die studierende Teilnehmerin: „Da müsste ich ja noch über den halben Campus zu Fuß laufen.“

Adrenalinschub beim Linksabbiegen

Hier aus Richtung Innenstadt kommend links aufs Hochschulgelände abzubiegen, erzeugt Adrenalin.

Zurück ging es über den kurzen Weg in die Innenstadt – und das hieß zunächst natürlich wieder, auf der Leipziger Straße zu fahren (auch wenn parallel zur Leipziger im Galgengraben noch ein weiterer Schleichweg verläuft). Dort, wo wir auf die Leipziger Straße auffuhren, direkt vor dem Hotel Lenz, ist übrigens die Stelle, wo die Autorin dieses Blogartikels immer von unten kommend links auf den Campus abbiegt. Beim Gespräch darüber waren wir uns alle einig: Es gibt keine Stelle, an der Radelnde auf der Leipziger mit wirklich gutem Gefühl links abbiegen können. „Deshalb sieht man den Großteil der Studenten auf dieser Seite auf der Radspur hier hochfahren. Die gehen über die Ampel“, so die Studierende über das an dieser Stelle besonders häufige regelwidrige Fahren auf der falschen Seite – oder dem Bürgersteig. Eine Erleichterung für das Linksabbiegen an diesem Eingang der Hochschule beim Hotel Lenz wäre vielleicht eine Querungshilfe ähnlich wie in der Petersberger Straße auf Höhe der Bäckerei Regulski.

Schade, hier hätte eine Alternative für Radelnde beginnen können. Stattdessen eine Treppe, die auch Menschen mit Rollstuhl und Kinderwagen den Durchweg verwehrt.

Einen kurzen Zwischenhalt legten wir noch in der Moltkestraße, Ecke Leipziger Straße ein. Hier beginnt eine campuseigene Parallelstraße zur Leipziger. Da an der Abzweigung Moltkestraße an der Leipziger eine Lichtsignalanlage den Verkehr regelt, ist hier Abbiegen etwas leichter als weiter oben vorm Hotel Lenz. Daher wäre diese Parallelstraße gut geeignet, um auf ihr mit dem Rad den oberen Teil des Campus zu erreichen … wenn, ja, wenn die Straße bei deren Neugestaltung mit einer Rampe auf die Moltkestraße geführt worden wäre. Leider befindet sich dort nun eine Treppe, was auch für Menschen mit Rollstuhl oder Kinderwagen die Auffahrt verwehrt. Hier ließe sich also noch etwas verbessern!

Markierung neu gestaltet – Konflikt vorprogrammiert

Beim Herunterfahren der Leipziger in Richtung Innenstadt dann dasselbe Problem wie in die andere Richtung: Es biegt sich nirgendwo angenehm links ab. Aufgrund der Baustelle an der Wörthstraße bogen wir über die Linksabbiegerspur in die Amand-Ney-Straße ein. Beim Gespräch darüber teilten später die meisten Teilnehmenden, dass sie an solchen Stellen auf der Leipziger normalerweise immer über Fußgängerampeln indirekt abbiegen würden – auch wenn dies natürlich länger dauert.

Das nächste Ärgernis wartete dann bereits in der Magdeburger auf uns: Ein Auto war nicht korrekt eingeparkt und ragte in den Schutzstreifen für Radelnde hinein, was auf der dort relativ schmalen Straße zu unangenehmem Ausweichen auf die Fahrbahn zwingt. Unter der Eisenbahnbrücke hindurch erfreut dann der vor kurzem neu markierte Schutzstreifen, der Radfahrende über die Kreuzung mit der Kurfürstenstraße leitet. Statt klar in die Fahrbahn Heinrich-von-Bibra-Platz zu führen, endet der Schutzstreifen rechts von der zu befahrenden Fahrbahn. Viele Autolenkenden interpretieren dies leider so, dass Radfahrende hier anhalten und ihnen die Vorfahrt lassen müssen. Schade – denn vor der Neugestaltung war die Markierung eindeutig und weniger konfliktträchtig. Glücklicherweise war dies das letzte größere Problem, denn bald waren wir bereits in der Fußgängerzone der Bahnhofstraße und am Uniplatz, von wo aus wir noch gemächlich in die Löherstraße radelten – wo aufgrund des extrem holprigen Pflasters nur der Komfort zu wünschen übrig lässt.

Der Schutzstreifen endet einfach zu weit rechts. Diese Fotografie verzerrt allerdings die tatsächlichen Verhältnisse, so dass das Problem nicht ganz deutlich wird.

Wir planen – wie gesagt in loser Folge – weitere Radrouten-Checks und freuen uns über Verstärkung. Wer das liest und Interesse hat, ist eingeladen, diesem Blog zu folgen. Weitere Checks werden wir hier und auf der Facebook-Seite von Verkehrswende Fulda – Regionalgruppe des VCD – ankündigen. Außerdem sind wir offen für Wünsche für weitere Fuldaer Radrouten-Checks, die auf der Kontaktseite dieses Blogs hinterlassen werden können.

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Erster Radrouten-Check zur Hochschule

Vor einem Hintergrund mit Straße und Radfahrenden wird der Text "Radrouten-Check - Check Nr. 1: Von und zur Hochschule, Treffpunkt Studiwohnheim An der Wiesenmühle 7-9, Dienstag, 3. Juli, 18 Uhr, angezeigt.Fahrradfreundlichkeit für den Alltag zeigt sich daran, dass
Radfahrende leicht von A nach B kommen. Die Regionalgruppe des
ökologischen Verkehrsclubs Deutschland, Verkehrswende Fulda, lädt
deshalb in loser Reihenfolge zu Radroutenchecks in Fulda ein, bei
denen Verbindungswege zwischen wichtigen Orten abgefahren werden, um
die Stärken und Schwächen der Routen einzuschätzen und gegebenenfalls
Verbesserungsvorschläge zu formulieren. Der erste Check beschäftigt
sich mit Wegen von und zur Hochschule Fulda und startet am Dienstag,
3. Juli, um 18 Uhr vor dem Studierendenwohnheim in der
Wiesenmühlenstraße 7-9 in Fulda.

Die Route strebt an, sich auf möglichst wenig befahrenen und
möglicherweise längeren Wegen der Hochschule zu nähern, um
anschließend von der Hochschule auf dem kürzesten Weg direkt in die
Stadtmitte zu gelangen. Endpunkt ist die Löherstraße. Alle
interessierten Studierenden sowie Bürgerinnen und Bürger sind
eingeladen, mitzuradeln und an der Beurteilung der Routen
teilzunehmen. Verkehrswende Fulda freut sich außerdem über Vorschläge
für weitere Radroutenchecks, die auf der Kontaktseite des Blogs von
Verkehrswende Fulda eingegeben werden können:
verkehrswendefulda.wordpress.com/kontakt.

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Critical Mass nimmt Fahrt auf

Frontales Foto einer Gruppe von circa 20 Radelnden, die vor einer Ampel warten und sich anlächeln und unterhalten.

In netter Gesellschaft macht sogar das Warten vor der Ampel Spaß.

Am vergangenen Dienstag war es endlich so weit: Es trafen sich über 20 Teilnehmende zur Critical-Mass-Rundfahrt, so dass die Gruppe nun den „geschlossenen Verband“ aus Paragraph 27 der Straßeverkehrsordnung bildete. Damit erlischt die Radwegebenutzungspflicht und die Teilnehmenden dürfen eine ganze Fahrbahn benutzen und dort auch zu zweit nebeneinander fahren. Bei Ampeln darf dann übrigens der gesamte Pulk queren, auch wenn nur die ersten Radelnden die Ampel noch bei Grün erreichen. An diesem Dienstag durchfloss die Gruppe die Stadt und ließ den Tag am Umweltzentrum beim „Genießen unter dem Apfelbaum“ ausklingen.

Kleines Mädchen in rosa Kleid auf rosa-weißem Bike mit schwarzem Fahrradhelm mit Stacheln fährt radelt neben ihrem Vater.

Die jüngste Teilnehmende war gerade sechs Jahre alt – und trug den coolsten Helm.

Wer mit Leuten spricht, die in Fulda mit dem Rad unterwegs ist, hört oft, dass es sich auf vielen Straßen gefährlich anfühlt, sich im Verkehr zu bewegen. Es wundert daher nicht, dass Fuldaer Radelnde an Straßen wie der Leipziger – trotz der (gefährlich nah an den Parkstreifen markierten) Schutzstreifen – lieber auf dem Bürgersteig fahren, auch wenn dies für Erwachsene nicht nur verboten, sondern häufig keineswegs sicherer ist.

Critical Mass ist daher eine Erholung von dieser Situation. Auf dem Fahrrad einfach übersehen zu werden, wie es in Fulda oft geschieht, ist in der Gruppe eher nicht möglich. Der motorisierte Verkehr muss „richtig“ überholen und gebührend Abstand halten. Das erlaubt endlich entspanntes, befreites Radeln in Fulda – so wie in hoffentlich naher Zukunft, wenn Fulda endlich richtig radelfreundlich geworden ist.

Kleine Anmerkung: Dieses Mal fuhr auch die bisher jüngste Teilnehmende mit, die mit ihren sechs Jahren den weitaus schicksten Helm trug.

Circa 20 Radfahrende fahren auf der vierspurigen Fuldaer Dalbergstraße und nehmen eine ganze Spur sowie den rot gefärbten Schutzstreifen ein.

Entspannt auf der Dalbergstraße zu Radeln – das geht nur als Teil von Critical Mass.

 

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Mit dem Rad über Treppen?

Radfahrende tragen ihre Räder eine Treppe hinunter.

Die offizielle Umleitung für Radfahrende von der Bardostraße in die Haimbacher Straße.

Fulda | 31. Mai 2018. Wurden Sie bei baustellenbedingten Umleitungen im Verkehr mit Ihrem Fahrzeug schon einmal über eine Treppe umgeleitet? Nein? Dann sind Sie wahrscheinlich nicht oft mit dem Fahrrad unterwegs. Die Critical-Mass-Gruppe, die am vergangenen Dienstag wieder einmal ein paar Runden durch Fulda drehte, musste leider feststellen, dass in Fulda Umleitungen für Fahrradfahrende auch mal über Treppen führen können. Denn wer im Moment von der Bardostraße aus mit dem Rad nach links in die Haimbacher einbiegen möchte, wird doch tatsächlich wegen der Baustelle an der Kreuzung Höhe Langebrückenstraße über die Straße Andreasberg und dann eine längere Treppe geleitet.

Radfahrende halten am Kopf einer Treppe, an dem ein Gefahrenwarnschild und das Schild "Radfahrer absteigen" angebracht sind.

Am Kopf der Treppe werden Radelnde erstaunlicherweise zum Absteigen aufgefordert.

Die Umleitung führt hier viele Stufen nach unten und dann einen geteerten Weg wieder nach oben – jetzt ohne Treppen, aber so steil, dass ungeübte Radfahrende hier absteigen und schieben müssen. Wer zu Fuß unterwegs ist, soll diesen Weg übrigens ebenfalls nutzen. Wir hoffen einmal, dass sich nicht zu viele Menschen mit Kinderwagen hierhin verirren.

 

Durchgang verboten, Durchfahrt verboten

Eigentlich geht’s hier zur Unterführung. Aber zu Fuß oder mit dem Rad soll da niemand lang. Ein Fehler? Wie Fußgänger_innen jetzt von der Haimbacher Straße auf die Langebrückenstraße kommen sollen, ist jedenfalls nicht klar.

Klar, an Baustellen muss auf Gewohntes verzichtet werden – aber es fällt schwer, die Situation für zu Fuß Gehende und Radfahrende im Umfeld der Kreuzung B 254/Haimbacher Straße und Langebrückenstraße anders als einen Schlag ins Gesicht zu empfinden. Zu Fuß ist es zwar noch möglich, die Haimbacher Straße von Haimbach aus kommend zur Kreuzung hinunterzulaufen, doch überirdisches Queren der Kreuzung für zu Fuß Gehende ist offenbar überhaupt nicht vorgesehen – auf keiner Seite und in keine Richtung.

Glücklicherweise gibt es ja die Unterführung unter der B 254, die Haimbacher Fußgänger und Radfahrende mit dem Rest Fuldas verbindet – hätte man gedacht. Doch wer von Haimbach aus kommt, wird dort von einem Schild erwartet, das zu Fuß Gehenden und Radfahrenden den Durchgang verbietet. Ein Versehen? Oder sollen Fußgänger und Radfahrende tatsächlich 2,5 Kilometer Umweg über Bardostraße und Rosengarten in Kauf nehmen?

Mehr Platz fürs Auto?

Radfahrende halten vor einem Umleitungsschild auf dem Radweg an der Bardostraße an.

Von der Bardostraße aus kommend, sollen Radelnde Richtung Haimbacher Straße links über Andreasberg und eine Treppe. Wer geradeaus fahren möchte, soll aber auch nicht die Straße benutzen, sondern einen nachts unbeleuchteten schmalen Weg zwischen Maberzeller Straße und der Fulda.

Eine Herausforderung ist die Umleitung auch für nicht intim Ortskundige. Denn wer von der Bardostraße aus mit dem Rad kommt, soll auch in Richtung Maberzeller Straße – also geradeaus – eine Umleitung auf einem im Dunkeln unbeleuchteten Weg parallel der Straße verwenden. Wann dieser wo wieder auf der Maberzeller landet, ist nicht klar. Warum Radfahrende nicht einfach auf der Straße fahren dürfen, ebensowenig. Vermuten lässt sich, dass die Umleitung in dieser Richtung, wie so viele sogenannte Radwege in Fulda, nur einen Zweck hat – nämlich den Weg für den Autoverkehr frei zu halten.

Natürlich, auf der B 254 fahren viel mehr Autos als Radfahrende. Sich bei Baustellen und Umleitungen aber nicht ernsthaft um Bedürfnisse der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmenden zu scheren, wird sicher nicht dazu beitragen, die Zahl derjenigen, die umweltfreundlich unterwegs sind, zu erhöhen. Die Verantwortlichen für diesen Schildbürgerstreich sitzen vermutlich in Wiesbaden beim Straßen- und Verkehrsmanagement des Landes Hessen, Hessen Mobil, die die Baumaßnahmen durchführen. Gutes für die Verbesserung der Situation des Fuß- und Radverkehrs an der Kreuzung und der betroffenen Straßen lässt dies nicht hoffen.

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Treffen Sie uns auf dem Frühlingsmarkt!

Sie ärgern sich über Elterntaxis und wünschen sich sichere Schulwege? Sie sind VCD-Mitglied und möchten gern andere Mitglieder kennenlernen? Sie wünschen sich attraktiveren Nahverkehr, um auch mal Ihr Auto stehen zu lassen? Sie würden gern zügig und sicher durch Fulda radeln und suchen noch nach guten Radverbindungen?

Wenn Sie Lust haben, aktiv zu werden und Ihre Ideen loswerden möchten, kommen Sie doch am Sonntag, dem 29. April, einmal zwischen 12 und 18 Uhr auf dem Frühlingsmarkt vorbei. Da der Platz auf dem Frühlingsmarkt begrenzt ist, teilen wir uns einen Stand mit der Fuldaer Attac-Gruppe, die so freundlich ist, uns für diesen Nachmittag mit an Bord zu nehmen.

Das Umweltzentrum findet sich in den Fuldaauen, Johannisstraße 44.

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Frühling, Sommerzeit, Critical Mass …

Noch ist die kritische Massse in Fulda klein. Spaß macht es trotzdem.

Mit der Umstellung auf die Sommerzeit und dem hoffentlich bald fühlbar nahenden Frühling kehrte am vergangenen Dienstag auch Critical Mass nach Fulda zurück. Rund zehn Radelnde trafen sich wieder um 18 Uhr am Domplatz, um als kritische Masse rollende Präsenz in Fulda zu zeigen.

Critical Mass fand zum ersten Mal 1992 in San Francisco statt und hat sich mittlerweile als Bewegung weltweit verbreitet. In großen Städten wie Hamburg oder Berlin können schon einmal viele Hundert und manchmal sogar mehrere Tausend Radfahrende gemeinsam durch die Stadt radeln. Das Radeln geschieht unorganisiert; und spontan. Die Idee von Critical Mass ist, sich den Stadtraum, der in den meisten Städten vom motorisierten Verkehr und parkenden Autos dominiert wird, durch einfach Präsenz zurückzuholen. Für viele Teilnehmende ist dabei das Mitfahren selbst schon Empowerment, denn in Gesellschaft vieler sind Radfahrende weniger gefährdet.

Nach der deutschen Straßenverkehrsordnung können radfahrende Gruppen über 15 Teilnehmenden zudem als Pulk eine ganze Spur einnehmen. Wenn Kreuzungen überquert werden, darf der Pulk dann zusammenbleiben, selbst wenn eine Lichtsignalanlage beim Überqueren der Gruppe auf rot umschalten sollte. Diese Zahl hat die Fuldaer kritische Masse gestern zwar noch nicht erreicht – aber es ist ja auch erst März.

Vermutlich werden weitere Pulks von Radfahrenden auch an den nächsten letzten Dienstagen im Monat in Fulda gesichtet werden.

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Antrag auf kostenlosen Busverkehr an Samstagen

Es ist so weit: Die Fuldaer Stadtverordnetenversammlung wird heute den erste Antrag auf kostenlosen öffentlichen Nahverkehr diskutieren. Noch geht es nur um die Samstage und einen zeitlich begrenzten Test. Doch wenn der Antrag von DIE LINKE.Offene Liste/Menschen für Fulda umgesetzt würde, könnte er wertvolle Erkenntnisse darüber liefern, inwiefern es auch der Preis ist, der die mehrheitlich autobesitzenden Fuldaer vom Busfahren abhält.

Braucht man das bald nicht mehr zum Busfahren? (Bild: wan123456778 – Flickr Commons License.)

Belebung der Innenstadt durch kostenlosen Nahverkehr

Kostenlosen Nahverkehr anzubieten, hat oft erstaunliche Folgen. Städte, die ihn erprobten, wie beispielsweise die belgische Stadt Hasselt, erlebten meist einen Ansturm auf ihre Angebote – und eine Belebung ihrer Innenstadt. Hasselt hatte vorgesorgt und vor Einführung der kostenlosen Nutzung die Bustaktung auf 15 Minuten verkürzt und neue Linien eingeführt. Parallel schaffte die Stadt einen Teil der Parkplätze in der Innenstadt ab. Später führte Hasselt allerdings Fahrscheine für die Busse auf einem niedrigen Preisniveau wieder ein, auch weil der gesunkene Autoverkehr keine Gegenfinanzierung über Parkplätze mehr brachte.

Der Vorschlag für Fulda hätte zunächst wenig Auswirkungen auf die Kostenstruktur des Busangebots. Was Rhönenergie mit den Bussen an Samstagen einnimmt, dürfte relativ überschaubar sein, schon weil Pendel- und Schulfahrten fehlen. Gleichzeitig würde er bisher nicht durch eine Verbesserung des Angebots oder eine strengere Parkplatzbewirtschaftung in der Stadt flankiert.

Ein attraktiveres Angebot schätzen lernen

Trotzdem: Führte so ein Test zu weniger Autos in der Fuldaer Innenstadt, in der gerade an Samstagen schlimmstenfalls selbst die Einkäufe im Bioladen mit riesigen Protzpanzern erledigt werden, dann hätte sich die Sache schon gelohnt. Ein positiver Nebeneffekt könnten steigende Umsätze in der Innenstadt sein. Und falls, wie jetzt im Rahmen des neuen Nahverkehrsplans diskutiert, die Busse auch in Fulda endlich alle 15 Minuten führen, könnten potentielle Umsteiger_innen auch gleich ein attraktiveres Angebot kennen und schätzen lernen.

Lückenbüßer für verkehrspolitisches Nichtstun

In letzter Zeit wird kostenloser Nahverkehr ja sogar seitens der Bundesregierung lanciert, um das Problem erhöhter Stickoxidwerte zu lösen, ohne die Autohersteller zu kostspieligen Nachrüstungen verpflichten oder Fahrverbote durchsetzen zu müssen. Gerade an diesem Beispiel wird aber deutlich, dass der Nahverkehr – ohne massive Erweiterung des Angebots und Gegenfinanzierung – als Lückenbüßer für bisheriges verkehrspolitisches Nichtstun in Zeiten des Klimawandels dienen muss, statt Teil einer langfristigen Strategie der ökologischen Umgestaltung unserer Mobilität zu sein.

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I have a dream … oder Vision von einem ÖPNV der Zukunft

Zur Einleitung

Spätestens seit der Neuzeit haben Zukunftsvisionen die gesellschaftliche Entwicklung und den technologischen Fortschritt beflügelt und zu Diskussionen angeregt. Romane von Jules Verne, das Großdeutsche Reich oder die TV-Abenteuer von Raumschiff Enterprise verstiegen sich allerdings nicht selten in Gigantomanien, von denen in der Realität nur wenig übrig blieb, was sich als alltagstauglich oder zumindest vielversprechend genug erwiesen hätte.
Mobilität richtet sich wie praktisch jedes Marktsegment an den Bedürfnissen (bzw. Ansprüchen) der Menschen aus, die zudem teils einem Wandel unterliegen. Mobilitätsangebote der Zukunft sollten gleichermaßen

  • erschwinglich,
  • leistungsfähig,
  • flexibel,
  • nachhaltig und
  • komfortabel

sein, um langfristig bestehen zu können.

Bestandsaufnahme

Die Stadt Fulda wächst weiter und platzt aus allen Nähten – und steht damit gar nicht so alleine da, denn viele mittlere und Großstädte plagen die gleichen Probleme: Autos so weit das Auge reicht; Flächenverbrauch, Staus, Luft- und Lärmbelastung inklusive. Immer mehr LKWs und Motorräder verstärken den Effekt.
Im ländlich geprägten Umland sieht es anders, jedoch nicht viel besser aus: Ein Busliniennetz, dessen zeitliche und räumliche Abdeckung zu wünschen übrig lässt und das entsprechend schwach genutzt wird, kann einem unverhältnismäßig hohen Verkehrsaufkommen v. A. zu den Stoßzeiten nicht entgegenwirken.

Einige wenige Bahnlinien ergänzen das ÖPNV-Netz, kranken aber an mangelnder Synchronisation mit anderen Verkehrsträgern.
Taxis inkl. AST sind relativ teuer, schließen aber wichtige Lücken bei der Verkehrsmittelwahl (Modal Split).
Ein Angebot durchgehender alltagstauglicher Fahrradrouten (z.B. zwischen Hünfeld und Fulda) fehlt oder wurde bisher nur halbherzig umgesetzt.

Für die Kommunen dürfte es immer schwieriger werden, Ihrem Auftrag gerecht zu werden, die Rahmenbedingungen und Infrastruktur für eine leistungsfähige Mobilität bereit zu stellen, wenn der Verkehr weiter zunimmt, die Umweltauflagen strenger werden und sich womöglich die kommunale Einkommenssituation mal wieder verschlechtert.
Es erscheint gesamtwirtschaftlich ineffizient, viele teils konkurrierende Verkehrssysteme parallel zu betreiben, wenn die Chance besteht, ein einheitliches System zu etablieren, das die meisten Bedürfnisse abdeckt und langfristig mit insgesamt geringerem Aufwand nutzbar ist.

Chancen

Weltweit befindet sich die Elektromobilität auf dem Vormarsch und bringt weniger Lärm, bessere Luft und mit fortschreitender Entwicklung voraussichtlich auch mehr Nachhaltigkeit und Ökologie.
Mehr Mobilität für ältere und gehbehinderte Menschen gelingt eher mit erschwinglichem ÖPNV als mit Fahrrädern oder Autos. Sammelbeförderung mit Bahn oder Stadtbussen gerät allerdings in dünn besiedelten ländlichen Räumen häufig an ihre wirtschaftlichen Grenzen.
Digitalisierung und Automatisierung ermöglichen autonome Fahrsysteme auf Straße und Schiene sowie neue Bezahl- und Kontrollprozesse. Auch wird damit eine Individualisierung der Beförderungsangebote möglich, was letztlich zu höherer Akzeptanz beiträgt und den Autoverkehr zurückdrängt.

Ein neues Modell

Autonome elektrische Kleinbusse ohne festes Liniennetz könnten flexibel ein Stadtgebiet und dessen näheres Umland versorgen.

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Die Verkehrs- und Routenplanung könnte on-the-fly im laufenden Betrieb erfolgen und durch geeignete Algorithmen und Parametrisierung optimiert werden. Praktisch liegt die gezielte Weiterentwicklung von existierenden Navigationssystemen nahe.
Zustieg (ad hoc oder nach Reservierung) idealer Weise über berührungslose Mechanismen (z.B. RFID-Chips) kombiniert mit bargeldloser Abrechnung.

Schutz vor Vandalismus ließe sich über Geschäftsanteile (Beteiligung an Gewinn und Verantwortung) für registrierte Nutzer und Infrarot-Video- und Standortüberwachung realisieren. Die Ausgabe von Geschäftsanteilen könnte zum Auf- und Ausbau des Systems genutzt werden.

Die Einführung eines solchen Verkehrssystems könnte auf Franchise-Basis (o. ä.) geschehen. Eine Trennung von Infrastruktur/Entwicklung und Betrieb könnte helfen, die Investitionen sinnvoll zu verteilen. Die Deutsche Bahn liefert dafür ein ähnliches, bewährtes Beispiel: DB Netz und DB Regio/DB Fernverkehr.
Vielleicht wären Deutsche Bahn und RhönEnergie Fulda GmbH sogar eine solches „Dream Team“…

Busfahrer könnten für Wartung, Kundenbetreuung und Störungsmanagement eingesetzt werden. Gleichzeitig ließe sich das System problemlos über kurze wie auch längere Zeiträume skalieren; d.h. zur Hauptverkehrszeit könnten mehr Kleinbusse aus dem zentralen Depot ausfahren und später wieder zurückkehren.

Noch bestehen viele Hindernisse und Unsicherheiten (max. 15 km/h, Gesetzeslage, hohe Fahrzeugkosten etc.), aber wenn die Einzelkomponenten reifen, sich autonomes Fahren etabliert und eine langfristige visionäre Verkehrsplanung stattfindet, hätte das Modell  Vorbildcharakter und könnte den ÖPNV revolutionieren.

Referenzen

Autonomer Bus in Bad Birnbach

Bevölkerungsentwicklung LK Fulda

Alternatives Modell: Fahrradstadt Kopenhagen

Alternatives Modell: eCar-Sharing in Grenoble , Toyota iRoad , Bilanz des Pilotprojektes Cité Lib by Ha:mo

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Was die LKW-Maut mit Haustieren gemein hat

„Papa, zum Geburtstag wünsche ich mir einen Hund! Mama sagt, dann würdest du auch mal an die frische Luft kommen und könntest viel Geld für Medikamente sparen. Außerdem kacken dann auch nicht so viele andere Hunde mehr in unseren Vorgarten. Und wir könnten dann alle mit ihm spielen, und Onkel Horst könnte ihn auch mal haben für seine Kinder, obwohl Tante Angela gar keinen eigenen Hund haben wollte.“

Aha – also wir brauchen einen Hund (oder auch eine Maut) und erhoffen uns davon:

  • füllt die Haushaltskassen
  • verbessert den Zustand von Garten- bzw. Autobahn
  • befriedigt den Spieltrieb
  • wirkt als Statussymbol für Familie bzw. D
  • hilft, unvorsichtig getroffene Versprechen einzulösen

Doch wie so oft holt uns die Realität (völlig überraschend?) ein:

  • Haushalt: Bevor der Hund (die Maut) kommt, muss zuerst einmal Infrastruktur geschaffen werden. Hundesteuer bzw. Euro-Klagen schrauben die Kosten zusätzlich in die Höhe.
  • Zustand: Wenn immer mehr Hunde in die Nachbarschaft ziehen bzw. mehr Transit- und Logistik-Verkehrsaufkommen die Autobahnen belastet, kommt der Gärtner bzw. das Straßenbauamt kaum noch mit der Schadensbehebung hinterher. Außerdem verlagert sich ein Teil der Stiefelschmiere bzw. des Verkehrs auf andere Vorgärten bzw. Landstraßen. Und natürlich wollen die Verursacher von den unerwünschten Nebeneffekten* nachher nichts mehr wissen.
  • Spieltrieb: Irgendwann lässt die Lust nach und weicht der Last, spätestens wenn der Hund Flöhe kriegt oder altersschwach wird bzw. die Mautbrücken bröckeln und die IT-Systeme aktualisiert werden müssen oder gar gehackt werden. Eine neue Bürde für die nächste Generation. Am Ende heißt es zudem womöglich wieder: Außer Spesen nichts gewesen.Einfache robuste Lösungen wie die Maut-Vignette aus Schweiz und Österreich hätten es doch auch getan …
  • Statussymbol: D ist mal wieder technologisch vorne mit dabei. Peinlich nur, dass die Realisierung von Verzögerungen und Pannen begleitet wurde – was für ein Aushängeschild!
    Immerhin sichert der Regierungsauftrag IT-Arbeitsplätze in Bayern – trotzdem wird von Siemens wenig später Personal in größerem Umfang abgebaut (vermutlich an anderer Stelle). Was für eine Steuerverschwendung!
  • Versprechen: Verbindlichkeit ist eine gern gesehene Tugend. Sie sollte aber dort ihre Grenzen haben, wo Sinn und Zweck fragwürdig erscheinen, d.h. wenn Kinder im nächsten Moment wieder etwas ganz Anderes haben wollen oder die Nachteile einer Infrastruktur-Maut die erwarteten positiven Effekte übersteigen.

eu-mautverfahren

*) worauf ich eigentlich hinaus wollte:

LKW-Ausweichverkehr findet auch in der Region Fulda statt, wo z.B. parallel zur A7 die kurvenreiche und schmale Waldstrecke nach Michelsrombach nicht mehr nur durch Motorräder sondern seit Einführung der Maut auch durch den LKW-Schwerlastverkehr frequentiert wird. MRB_Ortsdurchfahrt

Diese schmale und gewundene Landstraße führt durch Wohngebiete in Michelsrombach (s. Foto, hier ohne Verkehr), die bereits lärmgeschwängert sind und in denen hauptsächlich der Verkehrslärm einzelnen Anwohnern Schlafstörungen, Herzprobleme und Unfallrisiken für Grundschul- und Kindergartenkinder beschert hat. Abhilfe nicht in Sicht …
Schuld an der Misere sind mutmaßlich Lobby-gesteuerte Politiker, zähe Verwaltungsprozesse, egoistische Speditionen und nicht zuletzt eigenwillige Priester.
Ein bissiger Hund ist dagegen harmlos.

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Mit dem Fahrrad auf die A7 … ? (Ein modernes Märchen)

Auftakt
Es war einmal ein nachhaltig denkender Pendelritter, der sein Tageswerk in der großen Stadt mit den vielen Türmen verrichtete und des Morgens und Abends zwischen dem beschaulichen Örtchen Michelsrombach und jener großen Stadt per Drahtesel und Dampfross hin und her fuhr.
Erster Verdruss
Eines Tages aber tat sich vor ihm auf dem Weg kurz vor Fulda ein großes Loch auf, das ihm die Weiterfahrt vereitelte.  Einige fleißige Wichtel hatten des Nachts auf Geheiß des Großmoguls tatsächlich die Brücke über die B27 abgerissen und alle Reisenden auf die Fernstraße A7 verwiesen. Gewitzt wie der Pendelritter war, fand er schon nach kurzer Zeit einen geheimen Weg durch das Tal, der ihn wieder auf den alten Weg zurück brachte und das Besteigen eines später eintreffenden Dampfrosses ermöglichte.
Frohen Mutes und in der Gewissheit, eine Lösung gefunden zu haben, trat der Pendelritter nun erneut unverdrossen Tag für Tag seinen Weg in die Stadt mit den vielen Türmen an.
Zweiter Verdruss
Aber schon bald hatte ihn die Tatkraft der Wichtel wieder eingeholt, denn diese hatten über Nacht die Brückenauffahrt entfernt und somit den Abzweig zum geheimen Weg in unerreichbare Ferne gerückt.
Was sollte unser verzweifelter Pendelritter nun tun? Würde er es den Motorkutschen gleich tun und auf die Fernstraße A7 ausweichen, hätte er alsbald die Schergen des Großmoguls auf den Fersen und sein Leben wäre verwirkt.
Würde er den weiten beschwerlichen Weg durch das Flusstal wählen, könnte er fortan nur noch wenige Brotkrumen heim bringen und seine Frau und Kinder würden darben.
Also beschloss er schweren Herzens (Nachhaltigkeit hin oder her), den Notgroschen der Familie zu opfern und sich – wie schon viele vor ihm – eine Motorkutsche zuzulegen, mit der er den Fernweg A7 befahren durfte.
Und die Moral von der Geschicht‘?
Es kann das nachhaltigste Ansinnen nicht überleben, wenn’s dem Großmogul nicht gefällt.

 

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