Presseerklärung Verkehrswende Fulda

Ein rot-weißes Absperrgitter und das Schild "Fußgänger verboten" blockieren die gesamte Breite des Fußwegs entlang der Dalbergstraße in Fulda.
Die Blockade zeitgemäßer Mobilitätspolitik hat keine Zukunft.

Nichts kann beim Alten bleiben:
Die neue Regierungskoalition in Fulda

Die neue Regierungskoalition in der Stadtverordnetenversammlung aus
CDU, CWE und FDP sieht fast aus wie die alte – doch der Schein trügt.
Denn in Zeiten, in denen der Klimawandel und der Wunsch nach einer
attraktiven und lebenswerten Stadt und Innenstadt eine umfassende
Verkehrswende erfordern, steht die Koalition gerade im
Mobilitätsbereich vor großen Herausforderungen. Um erfolgreich zu
sein, wird es für die neue-alte Koalition kein Weiter-so geben können.
Das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Fulda sah 2013 im Bereich
Mobilität eine Verlagerung von Autofahrten auf Fuß-, Rad- und
öffentlichen Nahverkehr in Höhe von 6 % und eine zusätzliche
Vermeidung von 5 % der Autofahrten vor. Unseres Wissens wurde keines
dieser Ziele erreicht.

Fulda schnitt beim Fahrradklimatest des ADFC für 2020 wieder mit
Schulnote 4,25 auf dem zweitletzten Platz vergleichbarer Städte in
Hessen ab. Dies zeigt, dass auch das Ziel, den Radverkehr in Fulda
deutlich attraktiver zu machen, damit mehr Menschen vom Auto auf das
Fahrrad umsteigen, weit verfehlt wurde. Hauptproblem: Das mangelnde
Sicherheitsgefühl der Radfahrenden in Fulda sowohl auf Radwegen als
auch im Mischverkehr. „Auch die schönsten Radwege in den Fuldaauen
bringen Menschen im Alltags nicht aufs Rad, wenn man nicht auch quer
durch die Stadt sicher radeln kann,“ so Amata Schneider-Ludorff von
Verkehrswende Fulda, Regionalgruppe des VCD Hessen.

Ähnlich sieht es für den öffentlichen Nahverkehr aus. Im
Klimaschutzkonzept von 2013 war die Rede davon, dass der traurige
Anteil von 14 % der Wege, die in Fulda mit dem öffentlichen Nahverkehr
zurückgelegt werden, gesteigert werden soll. Auch die eher
kosmetischen Fahrplanänderungen vor der Corona-Pandemie werden an der
Situation wenig geändert haben.

Die neue Koalition steht gerade beim öffentlichen Nahverkehr vor
großem Handlungsbedarf. Zum einen muss der Nahverkehr in Fulda so
umgebaut werden, dass er zur echten Alternative wird – wozu ein
flächendeckender 15-Minuten Takt auch samstagnachmittags und längere
Bedienzeiten gehören. Gerade im ländlichen Raum um Fulda herum muss
Fulda in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden innovativere
Nahverkehrsangebote schaffen, die nicht nur von denen genutzt werden,
die keine Wahl haben. Und all dies muss trotz der sicher noch länger
anhaltenden Nachwirkungen der Corona-Krise gelingen.

Doch die Verkehrswende ist nicht nur nötig, weil die Mobilität über 20
% der CO2-Emissionen der Stadt Fulda ausmachen, sondern auch, weil wir
eine lebendige Innenstadt und lebenswerten Stadtraum brauchen – gerade
jetzt, wo viele Menschen eher online shoppen. Der Schlüssel für eine
lebendige Innenstadt, in der sich Menschen treffen und aufhalten
wollen, sind nicht mehr, sondern weniger Parkplätze sowie mehr
autofreie Zonen und ein überzeugender öffentlicher Nahverkehr.

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