RADikal nutzt Preisverleihung für kritisches Statement

Mit diesem Foto gewann RADikal einen der Preise für das originellste Teambild.

Fulda – 18. Juli 2019. | Bei der Preisverleihung für das Stadtradeln hat sich schon eine Routine eingespielt. Dieses Jahr gab es allerdings eine kleine Überraschung, als das Team RADikal den Empfang ihres Preises für ein kurzes, aber kritisches Statement zur Radverkehrspolitik der Stadt Fulda nutzte.

Wie immer hatten sich wieder zahlreiche Stadtradeln-Teammitglieder unter den Kronleuchtern des Marmorsaals im Stadtschloss versammelt und nahmen ihre Preise entgegen. Prämiert wurden unter anderem die Bardo Bikers der Bardoschule und die Hochschule Fulda als Teams mit den meisten aktiven Radelnden und der RSF 80 Petersberg, der ADFC Fulda und Die FROHen (letzteres natürlich ein Team des RSV FROH Fulda e. V.) für die meisten gefahrenen Kilometer pro Kopf.

Radfahren macht Spaß – nur leider nicht in Fulda

Klimamanagerin Hergott verleiht den Preis an RADikal.

Erst als das Team RADikal von Studierenden der Hochschule Fulda an die Reihe kam, um als eines unter mehreren Teams einen Preis für das originellste Teamfoto in Empfang zu nehmen, wurde von der Routine abgewichen, indem Nora Hillebrand in einem kurzen Statement für ihre Gruppe auf die Widersprüchlichkeiten des Fuldaer Stadtradelns verwies. Einerseits sei erklärtes Ziel des Stadtradelns, „möglichst viele Menschen zum Umsteigen auf das Fahrrad zu bringen“.

Doch gerade in Fulda sei das Potential fürs Radfahrern noch längst nicht ausgeschöpft, denn die meisten Leute, die in Fulda Fahrräder besitzen, fänden eben auch, „dass sich die Entscheidungsträger mehr um Radverkehrsförderung kümmern“ sollten. Ja, Radfahren ist ökologisch, gesund „und macht Spaß – nur leider nicht in Fulda“, so Nora Hillebrand. Es überraschte kaum, dass die circa 60 anwesenden Fuldaer und Petersberger Radler_innen hier spontan applaudierten.

„Noch mehr Leute fahren Rad – und wir müssen etwas für sie tun.“

Stadtbaurat Schreiner war nur in Form seiner Blogeinträge zum Stadtradeln an einer Moderationswand anwesend.

Klimaschutzmanagerin Dorothea Hergott, die die Preise verlieh, blieb souverän und behielt ihre gute Laune. Abschließend betonte sie noch einmal, dass sie sich über die Beteiligung von 721 aktiven Radelnden beim Stadtradeln sehr gefreut hatte. Ihr sei aber auch klar: „Es gibt noch viel mehr Leute, die Fahrrad fahren, und wir müssen etwas für sie tun.“ Wie Nora Hillebrand in ihrem Statement kurz erwähnt hatte, waren die politisch Verantwortlichen bei der Preisverleihung allerdings leider nicht anwesend. Auch Stadtradeln-Star Daniel Schreiner war nur in Form eines Posters mit seinen Blogeinträgen präsent.

Dieser Beitrag wurde unter Radverkehr, Stadt Fulda abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu RADikal nutzt Preisverleihung für kritisches Statement

  1. Ute Riebold schreibt:

    Echt blöd, dass die Stadtverwaltung die Abschlussveranstaltung des Stadtradelns 2019 mitten in die Hessischen Schulferien gelegt hat. Ich war sonst immer da – als Mitmachende und als Stadtverordnete. Eine der Stadtverordnete, die sich seit Jahrzehnten nahezu vergeblich bemühen, die Priorisierung des motorisierten Individualverkehrs in Fulda (= „Freie Fahrt für’s Auto – die Pest für den Rest“) zu beseitigen und nachhaltige Mobilität zu fördern.
    Danke, Nora!!! Ich wäre so gern dabei gewesen.
    Ute
    Ute Riebold / Fulda

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.