Mahnrad erinnert an tödlichen Unfall

Etwa zwanzig Menschen gedachteten des getöteten Petersberger Radfahrers und tauschten sich über die Gefahren der Verkehrsführung aus.

Etwa zwanzig Menschen gedachteten des getöteten Petersberger Radfahrers und tauschten sich über die Gefahren der Verkehrsführung aus.

Seit dem 17. Oktober, gut einen Monat nach dem tödlichen Unfall an der Ecke Petersberger Straße/Zieherser Weg, erinnert nun ein weiß gestrichenes Mahnrad an den dort getöteten Radfahrer. Die alternative Zeitung Agora, der ADFC Fulda und die Bürgerinitiative Verkehrswende Fulda stellten das Rad in einer gemeinsamen Aktion von etwa 20 Teilnehmenden auf, um des Toten zu gedenken und außerdem auf die Gefahren an dieser Stelle hinzuweisen.

Der sechsundfünfzigjährige Petersberger Radfahrer, der bei dem Unfall getötet wurde, war wie immer morgens auf dem Weg zur Arbeit, als er die Petersberger Straße geradeaus an der Einmündung Zieherser Weg herunterfuhr. Laut Pressemeldung der Polizei Osthessen übersah ihn ein in den Zieherser Weg rechts abbiegender Sattelschlepper, so dass er auf das Fahrzeug aufprallte und zu Boden geschleudert wurde. Der Radfahrer wurde ins Krankenhaus gebracht, starb dort aber wenig später aufgrund seiner schweren Verletzungen.

Den Schutzstreifen für Radfahrende querend biegt ein weißer Pkw von der vierspurigen Petersberger Straße in den Zieherser Weg ein.

Da, wo der weiße Pkw abbiegt, geschah der Unfall. Vor dem Kreuzungsbereich endet die rote Markierung.

Unter denen, die zur Aufstellung des Rads gekommen war, mischte sich Trauer mit Ärger und dem Gefühl, dass sich an der Stelle ähnliche Unfälle jederzeit wiederholen können. So waren die Aktivistinnen und Aktivisten von Critical Mass Fulda drei Wochen nach dem Unfall zu der Stelle gefahren, um sie zu begutachten, als genau in dem Moment, in dem sie dort ankamen, wieder ein Radfahrer von einem rechtsabbiegenden Kraftfahrer übersehen und angefahren wurde. Der Notdienst lieferte den schwer verletzten Radfahrer in die Klinik ein.

Der Grüne Pfeil: Trotz der Anweisung zum Halten fühlen sich viele Kraftfahrende zum schwungvollen Abbiegen eingeladen.

Der Grüne Pfeil: Trotz der Anweisung zum Halten fühlen sich viele Kraftfahrende zum schwungvollen Abbiegen eingeladen.

Franz Hupke, der Inhaber und Betreiber des Kiosks an der Ecke Petersberger/Zieherser Weg kommentierte, er „erlebe sehr oft, dass hier Fahrradfahrer angefahren werden.“ Seit dem tödlichen Unfall habe es bereits zwei weitere Unfälle gegeben. Was dort besonders zum Gefährdungspotential beiträgt ist der Grüne Pfeil, der Rechtsabbiegen auch bei eine roten Ampel erlaubt. Für Hupke stellt sich damit „die Frage, ob man das nicht überdenken sollte.“ Verbunden damit, dass der Fußgängerüberweg auf dem Zieherser Weg so weit von der Petersberger Straße abgesetzt ist, dass vor dem Überweg ein kompletter Pkw Platz findet, kann der Grüne Pfeil an dieser Stelle geradezu als Einladung verstanden werden, ohne anzuhalten schwungvoll nach rechts abzubiegen – obwohl der Grüne Pfeil vor dem Abbiegen natürlich ein Halten an der Haltelinie vorsieht.

Ein Fußgäner quert einen Überweg bei grüner Ampel; der Überweg befindet sich in circa zehn Meter Distanz von der Kreuzung.

Ein extrem weit von der Petersberger Straße abgesetzter Fußgängerüberweg führt dazu, dass Leute am Steuer erst abbiegen und dann gucken.

Was an der Kreuzung Petersberger Straße/Zieherser Weg zusätzlich für Verwirrung sorgen könnte, ist die Tatsache, dass die auf der Petersberger Straße vorhandene rote Markierung des Schutzstreifens im Kreuzungsbereich unterbrochen wird – also gerade dort, wo Radfahrende am schutzbedürftigsten sind. Schutzstreifen müssen zwar nicht rot markiert sein, aber wenn sie es sind und die Markierung an Einmündungen und Kreuzungen unterbrochen wird, könnte damit ein falsches Signal gesetzt werden.

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