Menschen statt Blech

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Statt der üblichen parkenden Autos viel Raum für Gespräche in der Bahnhofstraße.

Am vergangenen Samstag präsentierte sich die Bahnhofstraße in ihrem mittleren Teil einmal ganz anders: Wo sonst Auto an Auto parkt (häufig halb oder gar ganz auf den „Schutzstreifen“ für Radfahrende), waren plötzlich lauter Fahrräder abgestellt – darunter auch eine Rikscha, ein Tandem und ein Lastenrad. Verkehrswende Fulda demonstrierte damit nicht nur, dass auf zwei bis drei regulären Parkplätzen viele viele Fahrräder unterkommen können, sondern setzte auch ein Zeichen, dass Fuldas Innenstadt mit mehr Platz für Menschen, die nachhaltig mobil sind, mehr Anreize zum Verweilen und zum Genießen des Stadtraums bieten würde. Verbunden war die Aktion mit einer Anzahl von Vorschlägen für die Innenstadt, die den Stadtraum beleben und nachhaltige Mobilität in der Innenstadt fördern sollen.

Direkte Wege für nachhaltige Mobilität

Aktion_RaederStattAutos

Statt Autos parkten in der Bahnhofstraße ausnahmsweise einmal Räder.

So wünscht sich Verkehrswende Fulda, dass die Bahnhofstraße in ihrer ganzen Länge Fußgängerzone und zugleich fußgängerfreundlicher wird. Während Fußgängerinnen und Fußgänger heute sage und schreibe dreimal Fußgängerampeln benutzen müssen, um vom Bahnhof zum Uniplatz zu gelangen, und der mittlere Teil der Bahnhofstraße sogar eine Signalanlage für das einfache Queren der Bahnhofstraße selbst vorsieht, sollte dem Fußverkehr durch Zebrastreifen Vorrang gewährt werden. Um sie sicherer zu machen, sollte dabei der Verkehr auf den die Bahnhofstraße querenden Einbahnstraßen entschleunigt werden. Verkehrswende Fulda fordert außerdem die konsistente Öffnung von Einbahnstraßen in beiden Richtungen für Radelnde und verbesserte Abstellmöglichkeiten für Räder. Verkehrswende Fulda kritisiert außerdem, dass, wer mit dem Auto in die Innenstadt kommt, zentral am Uniplatz aus der Tiefgarage steigen kann – während der öffentliche Nahverkehr längst nicht so günstig angebunden ist.

FlyerBahnhofstrVon den Passantinnen und Passanten erntete die Aktion Zuspruch ebenso wie Kritik. Eine Frau, die ihr Auto auf der Ochsenwiese parkte, stimmte zu, dass es ja nun wirklich nicht nötig sei, direkt in die Innenstadt hineinzufahren. Andere erinnerten daran, dass es ja früher einmal einen Shuttle-Bus gegeben habe, der die außenliegenden Parkgelegenheiten mit der Innenstadt verbunden hat. Ein Familienvater aus Hünfeld dagegen wetterte, dass es in Fulda nicht zu viele, sondern viel zu wenige Parkplätze gebe – denn so seien beispielsweise Parkplätze an der Pauluspromenade weggefallen. Auf den Hinweis, dass Fulda von Hünfeld aus ja auch gut mit der Bahn zu erreichen sei, beklagte er sich über die hohen Fahrpreise. In der Tag kostet ein Ticket (einfache Fahrt) 4,55 Euro – aber dafür können Fahrräder kostenlos mitgenommen werden, und in Fulda fallen null Euro Parkgebühren an.

Schutzstreifen werden immer noch zugeparkt

VerkleinertesGitterHilftNichts

Trotz der verkleinerten Baumeinfassung wird hier noch mit großem Abstand geparkt. So ragt das Auto in den Schutzstreifen für den Radverkehr hinein.

Übrigens: die Stadt ist offenbar dabei, am ärgerlichen Parken der Kraftfahrzeuge auf den Schutzstreifen für Radler zu arbeiten. Jedenfalls wurde begonnen, die metallenen Gitter, die die Bäume an der Bahnhofstraße einfassen und die das Öffnen der Türen geparkter Autos erschweren können, zu verkleinern. Allerdings war zu beobachten, dass sich der gewonnene Platz noch nicht bei allen herumgesprochen hat, denn auch direkt neben einer der jetzt verkleinerten Baumeinfassungen wurde trotzdem noch so geparkt, dass der Schutzstreifen in Mitleidenschaft gezogen war.

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