Plätze für Park statt Parkplätze!

Die gerade samstagmorgens hart umkämpften Parkplätze auf der Friedrich straße boten Passantinnen und Passanten am 29. August plötzlich ein ganz anderes Bild.Mitglieder der Verkehrswende-Initiative frühstücken auf dem als Freiluft-Wohnzimmer eingericheten "öffentlichen Rast-Platz", während sich Unterstützer_innen angeregt austauschen. Auf einem mit Stehlampe und Fernseher eingerichteten Parkplatz wurde gefrühstückt. Umrahmt von Topfpflanzen und Gartenzwergen schlürften Mitglieder der Initiative Verkehrswende Fulda und Besucher auf einem zum „Park“ umfunktionierten Parkplatz direkt daneben seelenruhig Kaffee. Ein weiterer Teilnehmer machte es sich auf einem Liegestuhl bequem, um erst einmal in Ruhe Zeitung zu lesen.

Pflichtschuldigst Parkscheine gelöst

Vorher hatte die Initiative natürlich brav Parkscheine gelöst, die gut sichtbar an den ebenfalls auf den Parkplätzen abgestellten Fahrrädern, Fahrradanhängern und Fahrzeugen für Gehbehinderte befestigt worden waren. Damit kam die Aktion „Park(ing) Day“ – Park-Tag – zum ersten Mal Die zum Park umfunktionierten Parkplätze zogen Besucher_innen aller Altersstufen an. nach Fulda. Weltweit holen sich engagierte Bürgerinnen und Bürger mit ihr temporär den Stadtraum zurück, der in fast allen Städten massiv durch parkende Autos eingenommen wird.

Mit der Aktion will Verkehrswende Fulda die Fantasie darüber anregen, wie Fuldas Innenstadt mit weniger motorisiertem Individualverkehr aussehen könnte. Als erste Schritte fordert sie, die Friedrichstraße für den Autoverkehr – außer für Menschen mit Behinderungen – ganz zu schließen, die Einbahnstraßen in der Innenstadt konsistent für Radelnde in beide Richtungen zu öffnen und günstige Einkaufstickets für die Buslinien einzuführen. Außerdem wünscht sie sich kostenlose Schließfächer in der Innenstadt, damit das Einkaufen in der Innenstadt für alle, die zu Fuß oder mit dem öffentlichen Nahverkehr kommen, weniger beschwerlich wird.

„Vor jedem Laden parken: das muss nicht sein!“

Ein Mitglied der Verkehrswende-Initiative diskutiert mit einer Gruppe von Passant_innen. Trotz der für die Friedrichstraße typischen massiven Konkurrenz um Parkplätze waren die Reaktionen von Passantinnen und Parkplätze suchenden Fahrzeuglenkern überwiegend positiv.

„Wenn Fuldaer in drei Läden einkaufen, wollen sie vor jedem Laden parken. Das muss nicht sein,“ meinte ein Passant, der selbst in einem innenstadtnahen Parkhaus geparkt und dann zu Fuß in die Stadt gekommen war. Andere machten eigene Vorschläge, wie Alternativen zum motorisierten Individualverkehr attraktiver gemacht werden könnten. Und nicht wenige der parkplatzsuchend an den als „öffentliche Rastplätze“ ausgeschilderten, umfunktionierten Parkplätzen vorbeifahrenden Kraftfahrerinnen lächelten freundlich und amüsiert, statt sich über bereits belegte Plätze zu ärgern.

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