Der Parking Day kommt wieder nach Fulda!

(Fulda | 17.09.2020) Am Freitag, dem 18. September, ist es soweit: der weltweite Aktionstag Parking Day steigt auch in Fulda, und zwar von 15-19 Uhr in der Fuldaer Lindenstraße, wo Parkplätze in Räume zum spielen, verweilen, aktiv sein, für Gespräche und mehr verwandelt werden. Gleichzeitig können Radfahrende dort auf einer der beiden Fahrradspuren auch gleich einen vorübergehend eingerichteten Zwei-Richtungsradweg ausprobieren.Also: Unbedingt das eigene Rad mitbringen.

Und was passiert im einzelnen? Die erneuberbar bietet Fahrradreparaturen an, auf einem Parkplatz kann mit Pedalos, Stelzen und mehr gespielt werden, von 16-17 Uhr wird Yoga angeleitet (bitte selbst Yogamatten mitbringen!), Kleidertausch wird angeboten, der ADFC wird Fahrräder mit Kodieren diebstahlsicherer machen, es kann getrommelt werden, Foodsharing wird für Snacks sorgen, Verkehrswende Fulda (VCD), Fridays for Future und Greenpeace sind präsent, es wird Musik geben, wer möchte, kann Tischfußball oder Gesellschaftsspiele spielen, und Omas for Future und Omas gegen rechts werden Position beziehen. Und um 18 Uhr wird ausprobiert, wie viele Fahrräder auf einen Parkplatz passen – wobei wiederum Eure Räder gefragt sind. Sicherlich werden bei der ganzen Sache auch noch ein paar Parkplätze für andere Menschen und ihre Ideen übrig bleiben: Also nur Mut!

Es laden ein: Verkehrswende Fulda – Regionalgruppe des VCD, Greenpeace
Fulda, Fridays for Future und ADFC Fulda – in Kooperation mit anderen
Initiativen und Einzelpersonen.

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In Zeiten vertrocknender Wälder

 

Ein im Wald aufgespanntes Transparent trägt die Aufschrift "Für das Klima: Verkehrswende jetzt" und ein Logo des Aktionsbündnisses gegen die A49; im Hintergrund sind Fahrräder und ein Baumhaus zu sehen.

Auch im Vogelsberg: Es braucht Alternativen zur Mobilität von gestern.

Waldspaziergang im Dannenröder Wald

Nur wenige Meter in den besetzten Dannenröder Wald hinein und das Ausmaß des drohenden Verlusts wird deutlich. Schilder an den Bäumen verkünden: „Bäume mit weißem Ring markieren die Seitenlinien der geplanten Autobahn A49.“ Auf unserem Waldspaziergang von der Mahnwache aus – hier „Mawa“ genannt – in den Wald hinein geht es an Blockaden aus totem Holz und Gräben vorbei , die bei einer geplanten Räumung Zeit schaffen sollen. Wir waren vom Hoherodskopf aus durch das Ohmtal hierher geradelt, um uns vor Ort über die Lage am Dannenröder Wald zu informieren und durch unsere, wenn auch nur kurzzeitige Anwesenheit zu unterstützen.

Schilder informieren: Die Bäume mit den weißen Ringen zeigen an, in welcher Breite die A49 den Wald zerschneiden würde.

Der Dannenröder Wald ist Wasserschutzgebiet – trotzdem sollen er und weitere Waldgebiete wie der Herrenwald der geplanten Autobahn A49, die von Stadtallendorf bis nach Homberg die Verbindung zur A5 herstellen soll, weichen. Dabei werden die Schutzschichten über dem Grundwasser durchlöchert, argumentiert das Aktionsbündnis gegen die Autobahn. Insbesondere die Pfeiler einer gigantischen Brücke über das Gleental müssen 30 Meter in den Grund hinein gebaut werden. Schon heute wird im Vogelsberg zu viel Grundwasser für die Trinkwasserversorgung der Städte entnommen, und Konflikte mit der Landwirtschaft zeichnen sich ab.

Alternativen jahrzehntelang vernachlässigt

Das große Banner am Hüttendorf „Für das Klima: Verkehrswende jetzt!“ macht deutlich, worum es geht. Besonders in den Gemeinden entlang der B40, die sich Entlastung vom Lkw-Verkehr wünschen, und unter Pendlern, die über lange Fahrtzeiten im eigenen Pkw klagen, gibt es viele Menschen, die den Bau der A49 unterstützen. Während die Autobahn schon jahrzehntelang im Gespräch ist, rächt sich jetzt, dass die Zeit nicht für den Ausbau nachhaltiger Mobilitätslösungen genutzt wurde.

Hinweisschilder zur Mahnwache und den Dörfern der Waldbesetzung.

Der Wald-Ort „Nirgendwo“ nimmt die Utopie eines achtsamen und gerechten Lebens buchstäblich vorweg.

Fest steht: Die gesetzlich vorgeschriebenen „Ausgleichsmaßnahmen“ für die Rodung eines Walds mit zum Teil 250 Jahre altem Baumbestand können nur auf dem Papier bestehen. In Zeiten, in denen Wälder allerorten vertrocknen, können wir uns weder Rodungen noch den Bau neuer Autobahnen für die Mobilität von gestern mehr leisten. Wenn der Dannenröder Forst jetzt gerodet werden sollte, wird ein weiteres Stück Natur unwiederbringlich zerstört und weitere, große, für den gesamten Naturhaushalt wichtige Flächen versiegelt.

Wie können die Menschen im Wald unterstützt werden?

Menschen beim Waldspaziergang.

Der Waldspaziergang löst bei vielen Betroffenheit aus.

Als wir uns später über den Besuch beim Hüttendorf im Wald austauschen, wird Betroffenheit spürbar. Eine Teilnehmerin bemerkt, erst bei den Blockaden sei ihr klargeworden: „Das ist wie Krieg.“ Dankbarkeit dafür, dass junge Menschen mit ihrer Besetzung verhindern wollen, dass der Wald gerodet wird, mischt sich mit Überlegungen dazu, wie die

Das achteckige Kommunkaitons-Baumhaus der Menschen im Wald.

Die achteckige Kommunikationszentrale im Wald.

Menschen, die den Wald besetzen, unterstützt werden können. Eine Möglichkeit ist, Material zu spenden – eine andere, vor Ort zu sein, wenn geräumt werden soll, und sei es als Zeug_in. Wer in den SMS-Verteiler, in dem über mögliche Räumungen informiert wird, aufgenommen werden möchte, kann sich hier eintragen. Räumungsversuche werden in etwa zwei Wochen, also Mitte, Ende September erwartet.

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Am Freitag ist’s soweit!

Allerleihrad & der Leihladen werden eröffnet!

Daisy beim Baumarkt-Besuch – jetzt mit Allerleihrad-Logo und Webadresse!

Nicht zuletzt wegen Corona hat es ein bisschen gedauert, aber jetzt ist es soweit: Allerleihrad und Leihladen werden am Freitag, 4. September, im Bürgerzentrum Ziehers Süd offiziell eröffnet. Eine Teilnahme ist wegen der Corona-Regelungen nur mit Anmeldung inklusive vollständigem Namen, Adresse und Telefonnummer per E-Mail bei christian.voelkel@awo-fulda.de möglich. Je nach den Anmeldezahlen wird es einen oder zwei Projektpräsentationen geben – um 15 und 16 Uhr.

Ab circa 15.30 Uhr haben alle Interessierten dann wieder die Gelegenheit, das dreirädrige E-Lastenrad Daisy – Modell Trike Narrow von Bakfiets – auszuprobieren. Für alle, die vorhaben, das Lastenrad im Alltag zu benutzen, empfehlen wir, sich an einem solchen Termin einmal einzufahren, da die Handhabung eines Dreirads sich stark vom Fahren gewöhnlicher Fahrräder unterscheidet.

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Lastenrad mit Passagieren

Mit 79 Jahren das älteste Kind in der Transportbox des Lastenrads Daisy.

Fulda | 20.8.2020. Falls Passagiere befördert werden sollen, ist der Transportkasten des Bakfiets Trike Narrow eigentlich eher für Kinder gedacht, für die eine Sitzbank und Anschnallgurte vorhanden sind. Beim öffentlichen Ausprobieren des ersten Lastenrads im kostenfreien Verleih von Allerleihrad reichte das Alter der Passagiere allerdings von unter fünf bis 79 Jahre.

Das E-Lastenrad, das auf den Namen Daisy hört, kann ab dem 4. September auf dem Website des Verleihs kostenfrei für bis zu zwei Tage am Bürgerzentrum Ziehers Süd ausgeliehen werden. Beim Leihen übers Wochenende werden Samstag und Sonntag nicht gezählt. Der E-Motor sorgt für Unterstützung, damit das Rad auch voll beladen noch die Fuldaer Hügel schafft.

Ein afrodeutscher Mann mit Baseballkappe fährt ein dreirädiges Lastenrad.

Die meisten Fahrradtester hatten viel Spaß beim Ausprobieren.

Nächste Gelegenheit, das Lastenrad zu testen, ist am Freitag, 4. September, dem Tag der offiziellen Eröffnung von Allerleihrad, an dem auch der Leihladen des Bürgerzentrums Ziehers Süd seine Pforten öffnet. Die Eröffnung findet am Bürgerzentrum in der Dingelstedtstraße 12 statt – voraussichtlich um 16 Uhr.

Da Lastenräder sich anders fahren als übliche Fahrräder, sollten auch erfahrene Radelnde das Rad vor einer ernsthaften Nutzung erst einmal ausprobieren. Hauptregel beim Fahren: Nur langsam in die Kurven gehen und immer auf dem Sattel sitzen bleiben.

Trotz der kleinen Herausforderungen bei der Eingewöhnung fiel am Testtag auf, dass eigentlich alle Tester_innen ihren Spaß hatten. Paare handelten aus, wer an den Lenker und wer in die Kiste durfte, Kinder spielten in der Box seelenruhig auf dem Handy weiter und alle gewöhnten sich schnell an das ungewohnte Gefährt.

Daisy soll nur der Anfang sein – weitere Lastenräder sollen durch Spenden finanziert angeschafft werden.

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Daisy kann ausprobiert werden!

Ein dreirädriges Bakfiets-E-Lastenrad mit einem großen Transportkasten vorn wird von einem Autoanhänger abgeladen.

Ankunft des Lastenrads nach langer Reise aus Berlin im Juli in Maberzell.

Daisy, das erste E-Lastenrad im kostenfreien Fuldaer Lastenradverleih Allerleihrad weilt seit kurzem unter uns. Mittlerweile ist es an seinem Ausleihstandort im Bürgerzentrum Ziehers Süd angekommen. Dort wird der offizielle Verleih am Freitag, 4. September, voraussichtlich um 16 Uhr gemeinsam mit dem neu gegründeten Leihladen am Bürgerzentrum eröffnet.

Wer das Rad vor dem ersten Ausleihen schon einmal testen möchte, hat dazu in den nächsten Wochen an zwei Tagen Gelegenheit. Am Samstag, 15. August, steht Lastenrad Daisy von 14-17 Uhr am Uniplatz zum Ausprobieren bereit. Am Tag der Eröffnung kann das Rad ebenfalls ab ca. 16 Uhr getestet werden.

Vorteil eines Dreirads ist: Auch mit schweren Lasten gibt es keine Balanceprobleme beim Anfahren. Gewöhnen müssen sich die Lenkenden aber daran, dass die Geschwindigkeit in Kurven unbedingt gedrosselt werden muss und die Sitzposition auch in Kurven aufrecht bleiben muss, denn Dreiräder können in Kurven umfallen. Daher empfehlen wir: Einfach mal ausprobieren!

Übrigens: Wir wünschen uns ein Lastenrad in jedem Stadtteil. Dafür sind wir für Spenden und Unterstützung, beispielsweise als Fahrrad-Pat*in oder Ausleihstation dankbar.

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Geschützter Radstreifen … in Fulda?!

Ein rot markierter Fahrradstreifen ist links zu einem auf der Autofahrspur vorbeifahrenden Lkw hin mit Warnbarken abgetrennt, was den Lkw zwingt, einen angemessenen Abstand zum Fahrradstreifen zu halten.

Bild: @rdtandem

Was war das …? Ein geschützter Radstreifen in Fulda? Leider wurde hier auf der Petersberger Straße auswärts und östlich der B 27 nicht wirklich ein temporärer geschützter Radweg angelegt, wie sie – von der Corona-Pandemie angestoßen – von Bogota bis Zürich gerade allerorten eingerichtet werden. Hier führte lediglich eine Ausbesserungsmaßnahme dazu, dass Warnbarken für ausreichenden Sicherheitsabstand zwischen Rad und dem Autoverkehr sorgen.

Dennoch: was hier nur positiver Nebeneffekt war, könnte neue Normalität werden. Berlin hat dazu Regelpläne herausgegeben, die bereits in mehrere Sprachen übersetzt wurden. Auch der ADFC hat 2018 ein Positionspapier zu Geschützten Radfahrstreifen veröffentlicht, um ihre Umsetzung und Erprobung in Deutschland zu fördern.

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Verkehrspolitisch Aktive erarbeiten Radentscheid für Fulda

Foto zeigt dreispurige Von-Schildeck-Straße in Fulda mit zwei Linksabbiegestreifen, an der entlang rechts ein rot markierter Radweg in Geradeausrichtung verläuft.

Typisch Fulda: An linksabbiegende Radfahrende hat niemand gedacht. Die müssen indirekt über die Fußgängerampel in die Dalbergstraße einbiegen.

 Radwege verschwinden im Nichts …

(Fulda | 19. Feb. 2020) Wieso eigentlich ein Radentscheid für Fulda? Was hindert Leute, sich einfach auf den Drahtesel zu schwingen und loszuradeln? Warum sich die Mühe machen, einen Bürgerentscheid zum Thema Radverkehr auszuarbeiten?

Der sehr schmale, nur noch als schwach-rosa eingefärbter Radstreifen auf dem Bürgersteig entlang der Wörthstraße führt zu nah an einem Verkehrsschild vorbei und quert zwar vorfahrtsberechtigt die Zeppelinstraße, erlaubt den von dort herauskommenden Autofahrenden aber keinen Blick auf den Radweg. Radfahrende müssen hier, mit hoher Geschwindigkeit den Berg hinunter kommend, ständig gewärtig sein, dass sie jemand übersehen könnte.

Eine Zumutung für Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende, die hier, noch von der Wörthstraßen-Abfahrt beschleunigt, auch noch um ein Schild herum müssen – um die Zeppelinstraße zu überqueren, wo sie nominell Vorfahrt haben, aber immer gewärtig sein müssen, dass sie von einem ausfahrenden Auto aus übersehen werden.

Wer schon länger in Fulda mit dem Rad unterwegs ist, kennt die Probleme. Fast keine Radverkehrsanlage in der Stadt lässt sich rundum zügig, hindernisfrei und gleichzeitig sicher befahren. Es werden Schutzstreifen für Radfahrende angelegt, aber so schmal und so nah an parkenden Autos entlang markiert, dass sie nicht sicher befahrbar sind, etwa an der Leipziger Straße. Uralte Radwege sind viel zu schmal, Schilder stehen im Weg, und bei der Querung von Nebenstraßen kann der Autoverkehr den Radweg nicht einsehen – wie an der Wörth- und Kurfürstenstraße. Radwege enden im nichts wie an der Heidelsteinstraße. Schutzstreifen werden regelmäßig zu Parkplätzen umfunktioniert – so beispielsweise in der Leipziger oder der Rangstraße. Autofahrende gefährden beim Rechtsabbiegen regelmäßig und ohne Unrechtsbewusstsein Sicherheit und Vorfahrt von Radfahrenden, wie es häufig in der Petersberger und Dalbergstraße zu beobachten ist. Wichtige Verbindungsachsen in der Stadt wie die Linden- oder Heinrichstraße sind mehrspurige Einbahnstraßen und zwingen zu Umwegen.

Sicheres Radfahren für alle in Fulda – jetzt!

Verkehrspolitisch Aktive in Fulda mahnen seit Jahren Verbesserungen an, doch b

Ein zu schmaler Radstreifen auf der Pacelliallee führt in bergaufrichtung direkt und ohne Sicherheitsabstand an längs parkenden Autos vorbei.

Der durchgezogene Strich der Radwegmarkierung auf der Pacelliallee signalisiert Fahrradstreifen und nicht Schutzstreifen und ist somit unterdimensioniert. Zudem führt er weiter oben ohne Sicherheitsabstand an Längsparkplätzen entlang.

isher ist wenig geschehen. Ein paar kleine Einbahnstraßen sind nun für Radfahrende in beide Richtungen geöffnet, die Beschilderung für Radfahrende ist ergänzt worden, und hier und da wurde gar die Benutzungspflicht von Radwegen aufgehoben. Doch spürbar ist das bisher kaum – jedenfalls nicht so, dass sich alle, auch ältere Menschen und Kinder, ohne Angst in den Fuldaer Stadtverkehr trauen könnten. Damit das anders wird, hat sich eine Gruppe von Aktiven zusammengetan, die einen Radentscheid Fulda auf den Weg bringen wollen. Nach dem Model vieler anderer Städte wie Darmstadt oder Frankfurt geht es darum, auch in Fulda einen Bürgerentscheid zum Thema Radverkehr herbeizuführen, der auch von Verkehrswende Fulda unterstützt wird. Im Moment wird gerade ein Katalog mit Forderungen ausgearbeitet.

Da im Augenblick auch das Radverkehrskonzept der Stadt Fulda fortgeschrieben wird, kommt der Radentscheid möglicherweise zur rechten Zeit, um die Umsetzung neuer Ideen endlich Wirklichkeit werden zu lassen. In jedem Fall bedarf es in Fulda offensichtlich gehörig Lautstärke und Druck von unten, damit sich etwas bewegt.

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Fuldaer Radelnde protestieren mit Tausenden vor der IAA

Auch Fulda war vertreten auf der großen #aussteigen-Demo und Sternfahrt!

Fulda | 18.09.2019. In Fulda fing die Demo #umdenken/umlenken – für eine Verkehrswende in Stadt und Land von Verkehrswende Fulda – Regionalgruppe des VCD morgens am Uniplatz am 13. September ganz klein mit 20 Teilnehmenden an. Mit guter Stimmung und einem Sack Äpfel im Gepäck, die uns Knut Heiland von Bündnis 90/Grüne nach seiner Ansprache als Stärkung mit auf den Weg gegeben hatte, pedalten wir um 10.30 Uhr los – angeführt von der erfahrenen und umsichtigen Tourleiterin Steffi Karl vom ADFC. Auf unserer Kundgebung davor wurde der Bogen von der persönlichen Verantwortung für die Verkehrswende bis zur Lokalpolitik gespannt. Markus Schäfer für Fridays von Future betonte, dass die Energiewende auch eine Verkehrswende braucht. Stadtpfarrer Stefan Buß mahnte an, wie wichtig es ist, dass alle das eigene Verhalten überdenken, und Hans-Joachim Tritscher, Vorstand der SPD-Fraktion, ließ sich nicht nehmen aufzuzeien, wie wenig der neue Nahverkehrsplan der Stadt Fulda dazu geeignet ist, Menschen zum Umsteigen vom Auto zu bewegen.

Herzlicher Empfang in Schlüchtern und Gelnhausen

Marjorie Vannieu von PFF Gelnhausen spricht auf der Abschlusskundgebung von #umdenken/umlenken.

Kleine Highlights der Tour waren unser Empfang bei der unter anderem im Bereich Steuerungslösungen für Photovoltaikanlagen aktiven Firma Fronius, die Begleitung durch den Landtagsabgeordneten Markus Hofmann von Flieden nach Schlüchtern und unser Empfang in Schlüchtern und Gelnhausen. Wir danken insbesondere den örtlichen Grünen aus Schlüchtern und Günther Koch, der am nächsten Tag auch noch nach Frankfurt mitradelte, und der Gruppe von People for Future und ihrer Rednerin Marjo Vannieu sowie der BUND-Aktiven um Bodo Delhey, die besonders zahlreich erschienen waren, sowie Andreas Müller vom Kreisverband der Linken und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft.

Der Demozug wird immer größer – hier noch außerhalb des Frankfurter Stadtgebiets.

Doch der eigentliche Thrill begann erst nach der mit Schlafsack auf Isomatten verbrachten Nacht, als wir uns an die Spitze des Gelnhäuser Zugs der großen #aussteigen-Sternfahrt und -Demo nach Frankfurt setzten. Während wir am Tag zuvor immer um die 20 Mitradelnde hatten, kam die für das Zählen der neu Hinzukommenden verantwortliche Radlerin irgendwann nicht mehr hinterher. In Gelnhausen begannen wir mit 50 Teilnehmenden, von denen zwei sogar mit dem Rad aus Erfurt gekommen waren, und kamen mit über Tausend Mitradelnden an der Eissporthalle an, wo sich die Züge der Sternfahrt vereinten. Zuletzt ging es mit 17.000 anderen Radfahrenden durch Frankfurts Straßen Richtung Messegelände zur Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA), wo die Senckenberganlage zu einem riesigen Fahrradparkplatz geworden war.

Mit der Stoßstange ans Rad der Ordner

Versammlungsleiter Josef Liebhart von Verkehrswende Fulda (VCD), Steffi Karl und Harald Häußer-Mischlich (beide ADFC) bei der Mittagspause in Steinau.

Den Spaß und die Inspiration durch die vielen Mitradelnden trübten nur die Aggressionen mancher motorisierten Zeitgenossen. Mit der begleitenden Polizei war abgesprochen, dass das große Team von radelnden Ordnerinnen und Ordnern, die an ihren roten Leibchen zu erkennen waren, außer den ganz großen, meist von de Polizei abgesicherten Kreuzungen, die Zufahrtsstraßen zur Demoroute sichern sollten, indem sie sich vor den jeweiligen Haltelinien positionieren. Obwohl im Vorfeld davon abgeraten worden war, am Samstagvormittag überhaupt im Bereich der Demoroute mit dem Auto unterwegs zu sein, gab es im Stadtgebiet von Frankfurt immer wieder Beschimpfungen und bedrohliches Verhalten durch aggressive Autofahrende – bis hin zu an Ordner-Fahrräder stoßende Stoßstangen.

Ähnliche Erlebnisse hatten auch die Aktivist_innen, die am Sonntag Eingänge der IAA blockierten. So stieg ein Messegast, der ein kleines Kind auf dem Arm trug, über Blockierende hinweg und schlug eine ihm im Weg stehende junge Frau mit der Faust ins Gesicht. Obwohl die Blockade eher symbolischer Natur war und Messebesuchende ihren Weg durchaus zu anderen Eingängen finden konnten, kam es immer wieder zu aggressiven Ausbrüchen verhinderter Messegäste, die humorvolle Gesänge wie „Was sagt der Esel? IAA – Was sagen wir? Widerstand!“ oder – in Anspielung auf einen riesigen, vor dem Messeturm aufgestellten KIA-Werbespruch – „Klimaschutz ist das neue Haben-Wollen“ offenbar nicht lustig finden konnten.

Das könnte der Beginn der Verkehrswende sein

Sowohl die Demo mit 17.000 radfahrenden und mehreren Tausend Teilnehmenden zu Fuß als auch die Blockade der IAA durch etwa 1000 Aktivist_innen zeigt, dass es vielen Menschen im wahrsten Sinne des Wortes stinkt, dass die Verkehrspolitik beim Klimaschutz hinterherhinkt und der Verkehrssektor von Jahr zu Jahr immer noch mehr statt weniger CO2 produziert. Sie zeigen auch, dass viele es nicht mehr tolerieren wollen, dass kriminelle Praktiken der Autoindustrie geduldet und Klimaziele verwässert werden, um einen mächtigen und einflussreichen Industriezweig zu schonen. Es ist klar, dass weder der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor noch das radikale Downsizing der Autoindustrie insgesamt nicht leicht werden wird. Aber dass beides passieren muss, wird jetzt öffentlich gefordert. Das könnte der Beginn der Verkehrswende sein.

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Rauf aufs Rad und mitfahren – Fahrraddemo durchs Kinzigtal!

Für klimagerechten Verkehr in zwei Tagen 112 Kilometer von Fulda nach Frankfurt!

Am 14. September treffen sich Tausende Menschen mit und ohne Rad mit einer großen Fahrradsternfahrt und Demo für klimagerechte Mobilität in Frankfurt an der IAA (Internationale Automobil-Ausstellung), an der wir auch teilnehmen werden.

Achtung – dies ist nur ein Bild und nicht die korrekte akutelle Liste, die Ihr aber durch Klicken auf das Link im Text herunterladen könnt!

Wir aus Fulda fahren allerdings schon am Freitag, 13. September, in Fulda mit dem Rad los und übernachten in Gelnhausen. Mit einer eigenen kleinen Demo möchten wir sichtbar machen, dass wir die Verkehrswende nicht nur in Großstädten wie Frankfurt, sondern auch in Mittelzentren wie Fulda und kleinen Gemeinden sowie auf dem Land brauchen. Am 14. September führen wir dann ab Gelnhausen einen Teil der Sternfahrt nach Frankfurt an.

Unsere Demo beginnt am Freitag um 10 Uhr mit einer kurzen Kundgebung, die voraussichtlich auf dem Uniplatz stattfinden wird. Dann fahren wir über Bronnzell an Eichenzell vorbei Richtung Neuhof und Flieden und dann über Schlüchtern ins Kinzigtal, wo wir über die Hauptstraßen nach Gelnhausen radeln. Weitere Kundgebungen finden in Schlüchtern an der Stadthalle, in Bad Soden-Salmünster an St. Peter und Paul und zum Abschluss in Gelnhausen auf dem Obermarkt (und nicht wie auf manchen Flyern fälschlicherweise angegeben auf dem Untermarkt) statt. In Gelnhausen übernachten wir anschließend in einem Gemeinderaum.

Ob groß oder klein, fit oder weniger fit: Wir laden alle Interessierten aus den Gemeinden unserer Demoroute ein, sich uns an den Treffpunkten mit dem Rad anzuschließen oder einfach nur zu unseren Kundgebungen vorbeizuschauen. Es wird nicht sportlich geradelt, sondern auf alle Rücksicht genommen. Die Liste mit den aktuellen Zeiten und Treffpunkten kann hier heruntergeladen werden. Und logisch: Bei einer Fahrraddemo kann es mal schneller oder mal langsamer vorwärts gehen, so dass wir an Durchfahrtspunkten auch früher oder später vorbeikommen können. Bei den Treffpunkten warten wir aber immer die offiziellen Zeiten ab, bevor es weitergeht.

14. September: Los geht’s um 9.50 an der Stadthalle Gelnhausen

Nach der Übernachtung in Gelnhausen führen wir am folgenden Samstag, dem 14. September, ab 9.55 Uhr an der Stadthalle Gelnhausen die Main-Kinzig-Route der großen #aussteigen-Demo und Sternfahrt nach Frankfurt an, bei der sich tausende Radfahrende in Frankfurt treffen und vor den Toren des Messegeländers zur Internationalen Automobilausstellung für eine klimagerechte Verkehrspolitik demonstrieren werden. Schluss mit der einseitig auf das Auto ausgerichteten Verkehrspolitik: Jetzt beginnt die Verkehrswende!

Wer kurz vor der Demo noch einmal eine Mail zu aktuellen Infos erhalten möchte, kann uns gern eine Mail über das Kontaktformular auf dieser Webseite schicken. Der für die Demo erstellte Verteiler wird nach der Demo wieder gelöscht.

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Lastenräder für Fulda – wie ist der Stand?

Fulda | 20.08.2019. Dank Eurer phänomenalen Unterstützung hatten wir durch unser Crowdfunding auf Startnext über 3000 Euro für das Lastenradprojekt eingeworben. Doch leider reichte das nicht ganz, unser Funding-Ziel von 8300 Euro einzuwerben, so dass das gespendete Geld wieder an Euch zurückgezahlt wurde.

Trotzdem geht es weiter, denn da wir mit unserem Crowdfunding an der Do-It-Yourself-Mobilitätskampagne des VCD teilgenommen hatten, erhielten wir aufgrund der hohen Zahl von Menschen, die uns unterstützt haben, die Zusage eines Zuschusses von 2000 Euro vom VCD – allerdings verknüpft mit der Bedingung, dass wir das Projekt bis April nächsten Jahres realisieren. Zugleich haben wir zum jetzigen Zeitpunkt schon wieder über 1000 Euro Spenden eingeworben. Auch die Stadt Fulda hat einen Zuschuss von 2000 Euro in Aussicht gestellt, was aber noch endgültig genehmigt werden muss. Es fehlen also noch mindestens 3000 Euro – daher die Bitte: Unterstützt uns weiter mit Spenden und durch Weitersagen und Werbung.

Spenden aufs Konto des VCD Hessen: „Lastenräder für Fulda“

Spenden können auf das Spendenkonto des VCD Hessen unter dem Kennwort „Lastenräder für Fulda“ eingezahlt werden – und selbstverständlich werden sie ausschließlich für unser Projekt verwendet. Jede Spende, und sei sie noch so klein, zählt! Die Spenden sind übrigens bis zur Höhe von 200 Euro einfach durch Vorlage eines Kontoauszugs steuerabzugsfähig. Für Spenden über 200 Euro können wir auch Quittungen ausstellen – in diesem Fall bitten wir um eine Mail an uns.

Besonders freut uns im Moment, dass wir möglicherweise bereits den Standort für das erste Lastenrad gefunden haben. Das Bürgerzentrum Ziehers-Süd wäre bereit, ehrenamtliche Ausleihstation zu sein. Ob das Rad dann dort zu stehen kommt, ist noch nicht ganz geklärt – aber wir hoffen, dass es klappt. Um uns am Standort bekannt zu machen und für uns und unser Projekt zu werben, waren wir übrigens letzten Samstag mit einem Stand auf dem Fest am Bürgerzentrum vertreten und lernten von der lokalen Umweltinitiative über Sportvereine und Mitglieder von Mittendrin viele Aktive vor Ort kennen.

Fernziel: Ein Rad für jeden Ortsteil!

Wir beginnen zunächst mit einem Rad und lokal begrenzt – aber Ziel unserer Initiative ist, dass zukünftig in allen Stadtteilen Fuldas Lastenräder kostenfrei ausgeliehen werden können. Das Ausleihen geschieht durch Buchen auf der Webseite, die wir installieren werden. Dort können die Nutzer_innen auch einsehen, wann das Lastenrad bereits ausgeliehen ist. Bei Main-Lastenrad – der Initiative, deren Modell wir übernehmen – kamen nach dem erfolgreichen Anlaufen des Projekts mit lediglich drei Rädern übrigens noch mehr Lastenräder dazu, ohne das Main-Lastenrad eigenes Geld investieren musste. Das Projekt hatte nämlich auch andere Akteure überzeugt, so dass beispielsweise ein Gemeindezentrum und weitere Läden eigene Räder anschafften und sie ebenfalls über das System von Main-Lastenrad zugänglich machten.

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